Die Menschen stellen im natur(heil-)kundlichen Sinn offene Systeme dar, die auf bestimmte Reize je nach Randbedingungen unterschiedlich reagieren. Somit wird es immer schwierig bleiben, die Wechselbeziehungen zwischen ihnen und der Umwelt zu standardisieren und damit reproduzierbare Ergebnisse zu liefern. Nicht nur in der Geobiologie treffen wir auf diese Phänomene.
Gleichwohl gibt es in der Medizin sehr viele Beispiele von erstaunlichen Heilerfolgen, wenn therapiebegleitend eine gründliche geobiologische Umfeldsanierung durchgeführt werden konnte. Dies und die zugleich zu beobachtende erschreckend hohe Anzahl von Therapieresistenzen wird dazu anregen, die Grenzen der konventionellen Wissenschaften zu überschreiten und sich versuchsweise dem reichen Schatz der Erfahrungswissenschaft zu nähern.
Bevor man sich mit der Qualität oder der Quantität von "Störpotenzialen" im einzelnen befaßt, sollte zunächst geklärt werden, mit welchem Ziel geobiologische Untersuchungen durchgeführt werden sollen. Aus der medizinischen Praxis ist bekannt, wie vielfältig die Ursachen für Therapieresistenzen sein können. Wir sind eben keine Maschinen, die unter Laborbedingungen exakt reagieren, sondern Menschen, die von unendlich vielen äußeren und inneren Randbedingungen geprägt werden und diese in Wechselbeziehung wiederum selbst prägen. Jeder Mensch reagiert auf äußere Reize entsprechend seiner eigenen Resonanzfähigkeit äußerst individuell.
Eine geobiologische Untersuchung muß sich daher von der Fragestellung leiten lassen:
- Was stört den Probanden?
- Was sind die Ursachen für seine Blockaden?
- Inwieweit leistet seine Umgebung (Standort) einen Beitrag zu seinen Gesundheitsbelastungen, bzw. hat er sein Umfeld selbst belastend gestaltet?
Im Gegensatz dazu steht leider allzuoft die selbstgesetzte Aufgabenstellung: Was empfindet der Untersuchende als störend?
Das einzig nachprüfbare Ergebnis einer geobiologischen Untersuchung ist der (möglichst dauerhafte) Erfolg, der nur (in Zusammenwirken mit medizinischer Therapie) durch eine Umfeldsanierung erreicht werden kann. Diese Sanierung wird Erfolg haben, wenn sie an die äußeren und inneren Ursachen heranführt. Dabei ist das Wechselspiel zwischen Mensch und Umfeld mit einzubeziehen, zu erkennen und nötigenfalls korrigierend zu beeinflussen. Insbesondere letzteres obliegt wiederum dem Mediziner, der hier auf entsprechende Hinweise angewiesen ist.
Wenn wir heute mehr oder weniger frustriert feststellen müssen, daß im Durchschnitt ca. 80% aller Standortbelastungen künstlich geschaffen wurden und davon wiederum der weitaus größte Anteil von den jeweiligen Probanden selbst, dann wird deutlich, daß auch die Geobiologie ihre klassischen Arbeitsmuster überdenken muß. In diese Arbeitsmuster müssen ganz deutlich sowohl die Untersuchungstechnik (Standortdiagnose), als auch das Sanierungsverfahren (Standorttherapie) mit einbezogen werden.